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Geschichte

Der Ursprung der Promedical AG war die Bleicherei Streiff AG

Westlich von Glarus, im Brunnenstübli am Fusse des Vorderglärnisch, in zirka 635 m.ü.M, entspringen die Quellen des Oberdorf- oder Strengenbaches. Das weiche Wasser dieses Baches war dafür verantwortlich, dass sich fünf Bleichereien an dessen Ufern niederliessen. Im Glarnerland führte Landmajor Johann Heinrich Streiff um 1740 die Zeugdruckerei ein. Zwischen 1850 und 1900 waren in Glarus rund vierzehn Stoff-Druckereien tätig. Mit ihrer Anzahl stieg auch die Zahl der Bleichereien der Druckstoffe, die dafür verantwortlich waren, dass die Textilien hydrophil wurden. Durch das Bleichen der rohen Baumwollgewebe wird die Faserstruktur derart aufgetrennt, dass sie saugfähig wird. Erst nach diesem Produktionsschritt ist es möglich, die Stoffe zu bedrucken.

1863 wurde die Bleicherei Streiff durch David Pabst, Johann Speich und Johann-Heinrich Streiff in Glarus gegründet.

Johann-Heinrich Streiff erbte ein Stück Land und die dazugehörige Villa 1861 von seinem Vater Michael Streiff, welcher zuvor darauf eine Fourniersägerei betrieben hatte. Bereits im Gründungsjahr wurden sämtliche Einrichtungen aus England angeschafft und die Produktionsstätte bezogen. Das benötigte Geld floss von David Pabst in das gemeinsame Unternehmen.

1865 verliess David Pabst den Betrieb und fünf Jahre nach ihm auch Johann Speich.

1870 zahlte Johann-Heinrich Streiff seine zwei Mitgründer aus und führte die Bleicherei fortan allein weiter.

Seit Gründung spezialisierte er sich auch auf die Stoffdruckerei, insbesondere die Bedruckung von Yasmaskappen („Türkenkappen“) und durchlebte die gesamte Industrialisierung, welche zu dieser Zeit auch im Glarnerland Einzug hielt.

1895 verstarb Johann-Heinrich Streiff.

Nach dessen Tod übernahm sein 23jähriger Sohn Heinrich Streiff die Leitung der Bleicherei.

Der schwere Konkurrenzkampf durch Holland und das Elsass - mit kostengünstigeren Standorten - zwang ihn, frühzeitig auf die anfängliche Stoffdruckerei zu verzichten.

1913 spezialisierte sich Heinrich Streiff auf die Verbandstoffbleiche.

Dieser Neuorientierung zunutze kamen zahlreiche Armeeaufträge zu Zeiten des ersten und zweiten Weltkriegs. Die Schweiz legte in dieser Zeit einen grossen Notvorrat an Verbandstoffmaterialien an, welche in eigens dafür eingerichteten Bergkavernen gelagert wurden. Konzentrierte man sich von 1863 bis 1913 vorab auf Stoffdruck, beschäftigte man sich ab 1913 nur noch ausschliesslich mit der Gazen- und Verbandstoffbleiche.

1938 wurde die Gipsbindenherstellung aufgenommen.

Die Bleicherei Streiff war die erste und 30 Jahre lang die einzige Gipsbinden-Herstellerin der Schweiz.

1945

Inbetriebnahme der Flockenbleiche, dh. Herstellung von hydrophiler Baumwollwatte. Einige Jahre später wurde die Produktepalette durch ein weiteres Standbein, das Entfärben, ergänzt.

1955

verstarb Heinrich Streiff. Sein Sohn Christian Streiff - in dritter Generation - übernahm die Leitung der Geschäfte der Bleicherei Streiff.

Er erkannte bald, dass die Bleicherei ohne umfangreiche Neuerungen dem Stand der Technik nicht mehr genügte. Grössere Investitionen waren unumgänglich. Die bisherigen Maschinen und Einrichtungen waren veraltet und mussten dringend erneuert würden. Christian Streiff erklärte seinen an der Bleicherei beteiligten Geschwistern, dass entweder die notwendig gewordenen Investitionen getätigt werden oder die Bleicherei zu schliessen sei. Die drei Geschwister stimmten jedoch gegen den Investitionsplan.

1958

Christian Streiff entschied sich im selben Jahr, seine Geschwister auszuzahlen und Alleineigentümer der Bleicherei zu werden. Die von Christian Streiff vorgenommenen technischen Neuerungen erfolgten anhand der Produktionsschritte des Bleichvorgangs.

DIE SECHTEN: Die zu Industrialisierungszeiten in England gekauften Sechten - riesige Kochtöpfe - dienten der eigentlichen Bleiche. Diese wurden 1958 abgelöst durch noch wesentlich grössere Sechten aus Deutschland, aus rostfreiem Stahl und aus einem Guss. Damit konnte auch die Verunreinigung der klinisch gebleichten Verbandstoffe durch Rostpartikel vermieden werden.

DER HÄNGGITURM aus dem Jahre 1863 hatte endgültig ausgedient. Seine Funktion während Jahrzehnten: Das gebleichte Gewebe kam zum trocknen in den "Hänggiturm", ein Lufthängegebäude. Die Holzkonstruktion ist ein Ständerbau mit einer senkrecht angeschlagenen Jalousie-Verschaltung.

DER SPANNRAHMEN: Durch den Spannrahmen wurde der Hänggiturm 1958 abgelöst. Der Spannrahmen war eine 25m lange Anlage mit einem Trockner, der unter dem Rahmen die aufgespannten Textilien mit heisser Luft bebläst, und einer Rolle, auf welche das trockene Gewebe aufgerollt und transportfähig gemacht wird. Der Spannrahmen machte den Trocknungsprozess um das Fünfzehnfache schneller. Die konsequente Modernisierung der Bleicherei durch Christian Streiff bedingte auch verschiedene bauliche Veränderungen.

1987 - im Alter von 84 Jahren - bat Christian Streiff seinen Schwiegersohn Victor Steinauer-Streiff, - Delegierter des Verwaltungsrates - die befristete operative Führung der Geschäfte der Bleicherei Streiff AG zu übernehmen.

Dieser musste sich gleich den verschiedensten Herausforderungen stellen. Für Victor Steinauer-Streiff stand bald fest, dass der Betrieb einer Gewebe-Bleicherei ein Auslaufmodell war.
Die Schweizer Kostenstruktur verunmöglichte es, mit Importen aus Asien und andern Billiglohnländern mitzuhalten. Erschwerend kam hinzu, dass man befürchtete, einer der verbliebenen Hauptkunden, die Tissitura AG in Wald / ZH, könnte kurzfristig ausfallen. Die Tissitura AG war seit 1974 auf die Herstellung von waschbaren Windeln, unter anderem Gaze-Windeln, spezialisiert. Seit 1970 war sie einer der Hauptkunden der Bleicherei.

Wie konnte man die vorhandene Substanz der Bleicherei u.a. Bauland-Reserven, Gebäulichkeiten, Wasserrechte, Kleinkraftwerk am Strengenbach, Gipsbinden-Produktion, Konfektionierung von Gaze-Binden und Kompressen usw. optimal nutzen?
Entscheid: Verbandstoffbleiche - bleichen von Gazegeweben - langsam auslaufen lassen, um Zeit zu gewinnen.

1991 kauft Victor Steinauer-Streiff die Aktienmehrheit der Tissitura AG in Wald/ZH.

Als alleiniges Mitglied des Verwaltungsrates beschäftigte er sich insbesondere mit der Reorganisation der Firma und Automatisierung der Windelproduktion. Sein Sohn Frank M. Steinauer übernimmt den Umbau der administrativen Bereiche und deren Umstellung auf EDV. Bis 1991 kannte man nur Schreib- und Rechenmaschinen. Durch den vorerst „provisorischen Umbau“ der Tissitura AG blieben der Bleicherei Streiff AG jährliche Bleichaufträge von zirka einer Million Quadratmetern erhalten.

1992 übernimmt ein weiterer Sohn von Victor Steinauer-Streiff, Philip D. Steinauer - ein junger Betriebswirt - die Geschäftsleitung der Tissitura AG.

In Zusammenarbeit mit einer deutschen Fachhochschule wurde die Produktion innert zwei Jahren vollständig automatisiert. Damit dies derart umfassend überhaupt möglich war, mussten Anpassungen in der Spinnerei, der Weberei, der Bleicherei, bis hin zur Rezeptur, vorgenommen werden. Ab Stoffrollen von 2 - 5`000 m Länge wurden nun die Windeln vom Windel- Automaten auf die vorgegebenen Masse längs- und quer geschnitten, genäht, gefaltet und abgepackt. .

1994 Victor Steinauer-Streiff gründet die Firma PROMEDICAL AG.

Er übernahm 100% des gezeichneten Aktienkapitals. Er hoffte mit dieser Gesellschaft die Ressourcen der Bleicherei Streiff zusätzlich noch besser nutzen zu können. Als Präsident des Verwaltungsrates konnte er Prof. Paul Germanier - mit entsprechenden Verbindungen in der Westschweiz - gewinnen. Geschäftszweck der neuen Gesellschaft war Fabrikation und Vertrieb von Gaze-Binden, Gaze-Kompressen, Gaze-Tupfern, Gipsbinden, elastischen Binden, Wundschnellverbänden, Pflastern, Körper- und Gelenkbandagen, Halskragen, Armtraggurten usw.

1995

wird auf dem Bleicherei-Areal ein Neubau erstellt, um den neuen, raumgreifenden Windel-Automaten der Tissitura AG unterzubringen zu können.

Gleichzeitig wurde die Tissitura AG von Wald / ZH nach Glarus umgesiedelt. Dieser Neubau wurde auch das neue Geschäftsdomizil der Promedical AG. Diverse ältere Gebäudeteile der Bleicherei wurden umgebaut und für die neuen Unternehmen umgenutzt. Die Synergien-Nutzung konnte ab diesem Zeitpunkt schon auf einem recht hohen Niveau betrieben werden und liess auch die Bleicherei-Umsätze nicht weiter sinken.

1997

Dem Geschäftsleiter der Tissitura AG, Philip D. Steinauer, wird auch die Geschäftsleitung der Bleicherei Streiff AG übertragen.

1999

Philip D. Steinauer übernimmt nun auch noch die Geschäftsführung der Promedical AG und sein Bruder Frank M. Steinauer dessen Stellvertretung. Nun sind alle Unternehmen der Gruppe unter der gleichen Geschäftsleitung zusammengefasst.

2000

Die Bleicherei Streiff AG Glarus stellt nach 137 Jahren alle Maschinen ab.

2003

Philip D. Steinauer und Frank M. Steinauer werden in den Verwaltungsrat der Tissitura AG Glarus gewählt.

2004

Promedical AG erhält auf dem Bleicherei-Areal einen Produktions-Neubau.

Der Dampf wird abgelassen. Die Bleicherei Streiff AG ist nun keine Gewebe-Bleicherei mehr, aber alle anderen Geschäftsaktivitäten bleiben erhalten.

2005

Wahl von Philip D. Steinauer und Frank M. Steinauer in den Verwaltungsrat der Promedical AG Glarus.

2007

Das Wasserkraftwerk am Strengenbach wird vollständig erneuert, von der Wasserfassung bis und mit Druckleitung, Turbinenhaus und Turbine.

2008

Rücktritt der Verwaltungsräte der Promedical AG - aus Altersgründen - Victor Steinauer-Streiff und Prof. Paul Germanier. Der Verwaltungsrat der Promedical AG in neuer Besetzung:

Dr. Manfred Hauser, VRP    Dr. med. FMH Beat Stoll, VRV               Philip D. Steinauer, VR & CEO                    Frank M. Steinauer, VR & CFO

2010

Starke Erweiterung der Reinraumproduktion bei Promedical AG.

In der gesamten Produktionsanlage wird eine Reinraumluftqualität der Reinraumklasse ISO 8 (EN ISO 14644-1) in Operation erreicht. Zur Optimierung des Verpackungsprozesses unter Reinraumbedingungen werden Tiefziehverpackungsmaschinen eingesetzt, die speziell auf die hohen Hygieneanforderungen ausgerichtet sind.

2012

Verkauf der Tissitura AG an Bisal GmbH in St. Gallen. Infolge starker Expansion der Promedical AG war auf dem Bleiche-Areal nicht mehr genug Raum für beide Unternehmen. Zudem entsprachen diverse Altbauten der Bleicherei nicht den Hygieneanforderungen der Promedical AG, blockierten aber weitere Bauvorhaben.

2013

Promedical AG verdoppelt die ETO-Sterilisationskapazität.

Die in Glarus hergestellten Produkte wie OP-Sets, OP-Packs (Custom procedure trays), Kompressen, Tupfer, Bauchtücher, Binden, etc. werden in der eigenen ETO-Sterilisationsanlage (6% Ethylenoxid, 94% CO2) sterilisiert.

2014

Promedical AG mit personellen Veränderungen: Dr. med. Beat Stoll übernimmt das VR-Präsidium. Frank M. Steinauer übernimmt - als Delegierter des Verwaltungsrates - die Geschäftsführung. Philip D. Steinauer zieht sich aus dem operativen Geschäft der Promedical AG zurück. Die Bleicherei Streiff AG hat per 30.6.2014 gemäss Fusionsvertrag vom 17.12.2014 von der Chr. Streiff & Co. AG, Ennenda GL, sämtliche Aktiven und Passiven übernommen.

2015

Victor Steinauer-Streiff tritt als Verwaltungsratspräsident der Bleicherei Streiff AG zurück. Der Verwaltungsrat der Bleicherei Streiff AG in neuer Besetzung:

Philip D. Steinauer, VRP                               Frank M. Steinauer                          Mathias R. Steinauer

2016

Einführung des GS1-Standards (Barcode / Datamatrix) auf 98% des Produktesortiments.

2017

Maja K. Steinauer-Streiff kauft alle noch ausstehenden Aktien und ist nun im alleinigen Besitz von 100% des Aktienkapitals der Bleicherei Streiff AG.

2018

Dr. Suk-Woo Ha kauft eine Beteiligung an der Promedical AG.

Unsere Geschäftsleitung wurde zur Bewältigung künftiger Aufgaben und Herausforderungen erweitert und verstärkt.

Frank M. Steinauer, Delegierter des Verwaltungsrates und CFO erhält wertvolle Unterstützung durch Dr. Suk-Woo Ha als CEO Sales & Marketing. An der ordentl. GV wurde Dr. Ha auch in den Verwaltungsrat unserer Gesellschaft gewählt.